06.02.2014 - MEINUNG: Freihändige Tourenvergabe beim TR vertragswidrig

Ferntour adé? Beitrag adé!

"Bei der Tourenvergabe des Monopolisten Taxi-Ruf sind alle gleich." Das behaupten gebetsmühlenartig die Vorstandsmitglieder, die sich von den monatlichen Pflichtbeiträgen der gutgläubigen Einzelhalter ein fürstliches Monatsgehalt genehmigen, gegenüber der lokalen Presse, Unternehmern und Fahrern. Die Bremer Taxifahrer wissen aber schon lange: Manche sind eben gleicher als andere. Was nicht bereits von den "Großhaltern eingeschlachtet" wurde, wird vom TR "freihändig" (=willkürlich) vergeben.  Dafür sorgen die Herren der Vorstandsetage. Die freihändige Tourenvergabe des TR ist aber vertragswidrig, meint ein IG-Mitglied. Wäre also eine freihändige Kürzung der Mitgliedsbeiträge nicht ebenso konsequent?

Der Taxi-Ruf fühlt sich frei, willkürlich Bedingungen an die Auftragsvergabe zu knüpfen. Bedingungen, die sich sachlich nicht mehr rechtfertigen lassen (deshalb versuchen sie es auch gar nicht)
Der Taxi-Ruf fühlt sich frei, willkürlich Bedingungen an die Auftragsvergabe zu knüpfen. Bedingungen, die sich sachlich nicht mehr rechtfertigen lassen (deshalb versuchen sie es auch gar nicht)

Es ist nicht nachzuvollziehen, traurig und vor allem unfair. Bei dem ehrenwerten Versuch, einem Kunden bzw. dessen Sohn die Taxifahrt mit einer Droschke des Taxi-Ruf schmackhaft zu machen, wird diesem durch den Vorstand -ohne den selbst geäusserten Wunsch!- ein W212 angeboten. Darüber hinaus soll die Fahrerin oder der Fahrer auch 'Dart' spielen können. Ist es mittlerweile so schlecht um das Geschäft bestellt, dass wir vor neuen Vermittlungskürzeln stehen ('D.A.R.T.')?.

 

Allein das Merkmal der Englischsprachigkeit verbleibt als (einigermaßen) nachvollziehbare und sinnvolle Vermittlungsvorgabe. Zuletzt wird diese Tour über eine 'Mitteilung an Alle' auf den Bildschirm gegeben, womit jede Möglichkeit für den braven Taxler ausscheidet, sich im Wege der hierfür vorgesehenen 'Vorvermittlung' mit einem beherzten Knopfdruck auf den Bildschirm der Digitax-Anlage zu bewerben. Gemeint ist die Anlage, deren Anschaffung mit allen Komponenten über 2.800,00 Euro brutto kostet und für die der Vertragsspartner immerhin 341,53 Euro monatlich an den Taxi-Ruf bezahlen darf.

Ooooops! So ein Pech! Da ist der freihändig verteilte Auftrag doch als "Sammelruf" rausgegangen!
Ooooops! So ein Pech! Da ist der freihändig verteilte Auftrag doch als "Sammelruf" rausgegangen!

Was machen also die fleissigen (Einzel-) Halter bzw. FahrerInnen, die einen gepflegten VW vorhalten und vielleicht an diesem Tag Ihr Telefon vergessen haben? Die Antwort ist ebenso einfach, wie beschämend, denn sie nehmen schlicht nicht an der 'Verlosung' teil. Und man fragt sich auch, warum zum wiederholten Male ein Angebot seitens des Vorstands ohne Not auf eine bestimmte Fahrzeugklasse zugeschnitten wird, wenn dem Kunden dieses Vorgehen selbst gar nicht in den Sinn käme?

 

Es genügt also offenbar nicht, dass diverse Großhalter in erheblichem Maß, vertragswidrig und zum Schaden der Allgemeinheit ('Solidargemeinschaft übrigens auch adé') Touren einschlachten und der Vorstand des TR hierzu resigniert die Schultern hebt. Der letzte Rest an operativer Ordnung wird nun offenbar schon durch den Taxi-Ruf selbst und vor der Einstellung des Auftrages ins System aufgegeben.

Muss i denn, muss i denn, zum zurückrudern raus...
Muss i denn, muss i denn, zum zurückrudern raus...

Insbesondere Einzelhalter werden sich nun hoffentlich sehr genau mit den Praktiken der Ferntourenvergabe des TR beschäftigen, um zu bewerten, ob vor dem Hintergrund dieser Abkehr von eigenen Regularien nicht vielleicht eine Kürzung der monatlichen Funkgebühren in Frage kommen muss.

 

Wann findet endlich eine Rückkehr zu einem fairen und solidarischen Handeln auf der Seite des TR statt? Dazu gehörte es allerdings zwingend auch, dann und wann 'Kante' zu zeigen, auch wenn es hierbei um Großhalter geht, die zu allem Überfluss auch noch gut und reichlich aufgestellt im Aufsichtsrat sitzen.


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