07.06.2013 - Meinung

Taxi-Ruf: Das Personalkarussell wird sich drehen…

- Dieser Beitrag spiegelt die persönliche Meinung eines Mitgliedes wieder -

…aber in welche Richtung? Um es klar vorweg zu nehmen: Personalspekulationen um die Führungstruppe des Taxi-Ruf sind gar nicht Aufgabe der IG und der Fahrerschaft, sondern ausschließlich der Halterschaft. Aber die Spekulationen reißen nicht ab und sind immer wieder Gegenstand endloser Diskussionen der Halter inner- und außerhalb der IG.

 

Dass sich das Personalkarussell insbesondere um den Vorstandsvorsitzenden bei der kommenden Mitgliederversammlung drehen wird, darüber herrscht bereits jetzt bei der sensibilisierten Halterschaft einhellige Meinung.

 

Worum geht es genau? Die letzte Mitgliedervollversammlung endete mit einem Eklat und mußte vertagt werden. Nach einem längeren Bericht des Revisors (ein durch Mietglieder gewählter Kassenprüfer aus den eigenen Reihen) ging hervor, daß er seinen obligatorischen Antrag auf Entlastung des Vorstandes schlichtweg verweigern müsse. 

Als Grund für die Versagung der Entlastung trug der Revisor zunächst ein halbes Dutzend von Punkten vor, die er im Vorfeld mit dem Vorstand und Aufsichtsrat nicht klären konnte – auch nicht ansatzweise. (Wir verzichten hier auf eine eingehende Aufzählung, da es sich hierbei sozusagen um ein „schwebendes Verfahren“ handelt)

 

Nach Auffassung des Revisors sei es auch und insbesondere seine Aufgabe, etwas tiefer als bislang geschehen, hinter die Kulissen rund um die ungeklärten und strittigen Punkte zu blicken. Es sei nicht bloße Aufgabe Quittungen und Rechnungen zu sichten und abzuhacken, sondern vielmehr seine Aufgabe die Ausgaben nach Sinn und Zweck zu hinterfragen.


Dabei deutete er auch an Zweifel gegen weite Teile des amtierenden Aufsichtsrates zu hegen. Die Erfüllung der eigentlichen Aufgaben des Aufsichtsrates, also Kontrolle und Neutralität, seien nicht gewährleistet. Als letztes Mittel stünde ihm nur noch die Flucht nach vorne offen: Die Versagung der Antragsstellung auf Entlastung des Vorstandes sowie die Offenlegung seiner Beweggründe gegenüber den Mitgliedern.


Nach einigen Ausführungen zu den Gründen des Revisors folgte eine längere und teils hitzige Diskussion unter den Vereinsmitgliedern, die den zeitlichen Rahmen der Vollversammlung komplett sprengte.


Sodann erfolgte eine Beschlußfassung durch die Mitglieder: Dem Revisor wurden einige weitere und besonders kritische Vereinsmitglieder zu Seite gestellt, um die vorgebrachten offenen Fragen mit Vorstand und Aufsichtsrat klären oder erhärten zu können. Diese Ergebnisse sollen auf der nun anstehenden zweiten Mitgliederversammlung vollends und ohne Vorbehalte zu Sprache gebracht werden.


Erst danach werden die Mitglieder des Taxi-Ruf in einer Wahl über eine mögliche Entlastung des Vorstandes beraten und abstimmen. Doch wie bereits aus dem inneren Kreis um die Geschehnisse durchsickerte, wird eine vollständige Entlastung des Vorstandes und damit insbesondere des ersten Vorsitzenden immer unwahrscheinlicher.

Dieses negative Meinungsbild spiegelt mittlerweile auch den Tenor innerhalb der Halterschaft wieder, so denn die offenen Fragen nicht geklärt werden können bzw. sich die vorgebrachten Vorwürfe weiter erhärten ließen.

 

Der Versuch des Aufsichtsrates eine Klärung an sich zu reißen scheiterte ebenso kläglich, da Teile der anwesenden Vereinsmitglieder auch dem Aufsichtsrat nicht vollends und ganz eine objektive und neutrale Kontrolle bzw. Aufklärung im Sinne der Vereinsmitglieder zutrauten.

 

Nun noch einige willkürliche Spekulationen zu möglichen personellen Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat. Heute besteht der Vorstand aus vier Personen, einen ersten und einem zweiten Vorsitzenden sowie zwei Beisitzern. Anläßlich der damaligen Berufung des ersten Vorsitzenden zum Vorsitzenden beim BZP wurde die dadurch entstehende personelle Lücke (durch Arbeit in Frankfurt) mittels einer Erweiterung des Vorstandes auf eine vierte Person behoben. Heute sind zwei Vorsitzende und ein Beisitzer in Vollzeit mit dem Amtsgeschäften der Taxenzentrale beauftragt, sowie einem zweiten Beisitzer quasi in Teilzeit.

 

Bei einer mittlerweile sehr wahrscheinlichen Nicht-Wiederwahl des amtierenden ersten Vorsitzenden kann anstelle des frei werdenden Posten ein neuer Externer hinein gewählt werden oder es kommt zu einem natürlichen Aufrücken aller verbleibenden Personen im Aufsichtsrat. Die zweite Variante ist wohl eher wahrscheinlich und sinnvoll.

 

Über die fachliche Eignung sowie die persönliche Integrität des jetzigen zweiten Vorsitzenden und dem aktiven Beisitzenden muß glücklicherweise nicht spekuliert werden, sie ist zweifelsfrei gegeben. Sicherlich bestünde in deren bislang guter Zusammenarbeit auch eine weitreichende Chance, den Taxi-Ruf fit für die Zukunft zu machen sowie dringende Anpassungen endlich in Angriff zu nehmen.  

 

Dabei könnte die letzte frei werdende vierte Stelle mit einem neuen frischen und erfahrenen Mitglied aus den Reihen der Halterschaft geschlossen werden, der dann als Teilzeit- oder Springerkraft für besonder Aufgaben fungiert.

Jedoch könnte diese Gelegenheit auch endlich wieder dazu genutzt werden, um dem Vorstand, auf das übliche Maß von zwei Vorsitzenden und nur einem Beisitzer, zu verkleinern. Die finanzielle Einsparrung durch den Wegfall der üppigen Bezüge für den amtierenden ersten Vorsitzenden  würde mit dem Einstellen des sinnlosen Engagements bei Werder Bremen alleine bereits zusammen etwa 120.000,- Euro pro Jahr ausmachen. Geld das der Verein dringend braucht, um strukturelle (nichttechnische) Änderungen vorzunehmen oder um schlichtweg „Altlasten“ abzubauen.

 

Apropos „Altlasten“: Was verbirgt sich hinter diesem ominösen Terminus überhaupt?

 

Sicherlich ließe sich auch noch trefflich über den Aufsichtsrat spekulieren, denn auch dort wäre frischer Wind durch erhebliche Personalumbauten notwendig, so die Meinung weiter Teile der Halterschaft. Auch dort haben sich etliche Herren (warum hat dort noch keine Dame einen Sitz?) wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, aber diese Fragen bleiben der anstehenden Mitgliederversammlung vorbehalten. 

 

Übrigends hat der Revisor bereits im Vorfeld angedeutet, daß er in einem möglichen Personalkarussell aus persönlichen und zeitlichen Gründen nicht für den Vorstand zur Verfügung stünde, gerne aber ein kleineres Amt wahrnehmen könnte - vielleicht auch im Aufsichtsrat…? Dies würden sicherlich sehr viele Vereinsmitglieder äußerst begrüßen.

 

Also liebe Mitglieder des Taxi-Ruf: Ihr müßt den Revisor in der Versammlung immer schön Fragen stellen, damit er Euch Antworten geben kann zu allen Details. 

 

Die kommende Mitgliederversammlung verspricht also ganz besonders spannend zu werden…

 

Ein IG-Mitglied         

 

 


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