11.06.2013 - Kommentar zur Generalversammlung am 10.06.2013

Peinliche, absurde Gegenvorwürfe - klappt (fast?) immer!

- Dieser Beitrag spiegelt die persönliche Meinung eines Mitgliedes wieder -

Bleibt alles anders... Jetzt ist endlich vollbracht, die Wiederwahl des 1. Vorsitzenden des TR Bremen wurde gestern mit knapper Mehrheit in der fortgesetzten Vollversammlung vollzogen. Es war eine knappe Entscheidung, eine von vielen an diesem Tag.

Der Revisor hatte bereits auf der Vollversammlung am 22.04. Kritikpunkte an der finanziellen Rechenschaft des Vereinsvorstandes geübt und konnte keine Empfehlung zur Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand aussprechen. Die Zweifel waren zu groß. Der zur Wahl stehende erste Vorsitzende, Fred Buchholz, brach daraufhin ohne Not die Sitzung ab, bevor über seinen Posten abgestimmt werden konnte.

 

Die eingesetzte Kommission um den Revisor sollte bis zur Fortsetzung der Versammlung die Unstimmigkeiten aufklären. Diese Punkte wurden zwischen den Sitzungen mit Aufsichtsrat und Vorstand ausgiebig diskutiert. Es wurde Vorstand und AR ausreichend Gelegenheit gegeben eventuelle Ungereimtheiten aufzuklären bzw. zu entkräften.

 

Die eingesetzte Kommission um den Revisor hatte nun in der Fortsetzung eine Reihe von Punkten der Mitgliederversammlung zu präsentieren. All diese Punkte waren bereits im April zur Sprache gekommen und hatten dazu geführt, dass die Entlastung des Vorstandes und AR verschoben wurde.

 

14 Monatsgehälter - na und?

Die Kommission hatte sich gut vorbereitet und hatte einen eigenen Bericht erstellt, welcher der Mitgliederversammlung vorgetragen wurde. Es stellte sich heraus, dass Vorstand und Aufsichtsrat auch in der Fortsetzung fast nichts zu den einzelnen Punkten beizutragen hatten. Es waren wieder einmal die üblichen Sprechblasen und Allgemeinplätze, die abgesondert wurden, um die im Raum stehenden Ungereimtheiten zu entkräften. Man fühlte sich an die Sitzung mit den Datenschützern erinnert, so wenig Substanzielles war den sichtlich überforderten Gehirnen zu entlocken.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Summe der Gehälter dieses Vorstandes, die „selbstverständlich“ auch ein 13. Monatsgehalt erhalten, mit den Lohnnebenkosten sind dies deutlich über 300.000 €, wie ich finde eine unglaubliche Summe und wenn man sich den „Gegenwert“ berechnet, dann ist das ein Skandal.

Außerdem bezahlt man einen bereits seit über 10 Jahren verrenteten Buchhalter mit ungefähr 3000 € im Monat nicht nur 13 Gehälter, nein, sondern bei Bedarf auch 14 Gehälter. Und dies getreu des TR-Mottos „Jede Buchung ohne Beleg“! Außerdem waren noch nahe Familienangehörige des Buchhalters für den TR tätig, nur der Vollständigkeit halber.

Da dieser mit kurzer Unterbrechung seit 1958 für den TR Bremen tätig sei, wäre es laut den moralingetränkten Worten des 1. Vorsitzenden Fred Buchholz „unanständig, einem solchen Mann auch nur im Geringsten zu misstrauen.“ In welchem Unternehmen dieser Art darf ein Buchhalter nach einem solchen Motto verfahren? Mir ist kein einziges bekannt.

 

Aber es wäre unfair diesen Mann alleine an den Pranger zu stellen, verfährt doch der Sprecher des Aufsichtsrates, Bernd Michalke, oft in gleicher Weise.

Lächerliche Ausreden für fehlende Nachweise

Die Teile für die Oldtimer der TR werden auch bar, natürlich ohne Rechnung, bezahlt, angeblich aus Einnahmen von Hochzeitsfahrten mit dem Oldtimer, natürlich ebenfalls ohne Rechnung. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dürfen nicht für gewerbliche Zwecke eingesetzt werden, praktisch, so kann niemand nachvollziehen, wie viele Hochzeiten im Jahr tatsächlich gefahren wurden. Lächerlich - und zu Lasten der Rechenschaft gegenüber zahlenden Taxiunternehmern.

Der Hausanwalt des TR, ebenso seit vielen Jahren ohne Hinterfragen beauftragt, erhält ebenso ein festes Honorar dafür, dass er dem TR in wichtigen Fragen zur Seite steht. Der Zentralenspezialist ist nach eigener Auskunft für diverse Zentralen zuständig, auch für Taxi Roland? Er wird für seine „Bereitschaft“ mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag entlohnt.

Zusätzliche Tätigkeiten werden zusätzlich bezahlt, ebenso erhält er Geld für seine so „überaus erfolgreiche“ Tätigkeit als Datenschutzbeauftragter. Die von ihm seinerzeit den Behörden vorgelegte Datenschutzerklärung wird gerade von den wirklichen Fachleuten in Bremerhaven zerlegt. So stehen dem Taxi-Ruf kostenintensive Veränderungen ins Haus.

Wir, die IG, hatten Teile des Vorstands darüber informiert, das es eklatante Verstöße gegenüber geltenden Gesetzen gibt, wir haben darum gebeten diese zu ändern und zwar ohne Öffentlichkeit , aber die Verantwortlichen sahen es anders und jetzt wird versucht den schwarzen Peter an die IG weiter zu reichen, dies wird wie so vieles in der Vergangenheit, ebenfalls nicht gelingen.


Ein weiterer Punkt ist die Loge im Weserstadion, diese schlägt mit 17.000 € im Jahr zu Buche, eine detaillierte Besucherliste oder einen Nachweis z.B. ein erfolgreicher Geschäftsabschluss (neuer Kunde mit lukrativeren Touren) konnte nicht nachgewiesen werden. Eine gängige Praxis. Gab es eine Liste, welche Personen mit dem Heißluftballon mitführen? - Nein „natürlich nicht.“

Aufsichtsrat: Außer Spesen nix gewesen.

Zurück zur VV und der Rolle des Aufsichtsrates des TR, ich empfehle dringend allen Mitgliedern dieses Gremiums einen Besuch beim Neurologen. Es ist besorgniserregend, dass die kollektive Teilamnesie immer dann auftrat, wenn es darum ging, ihrer Kernaufgabe (den Vorstand zu kontrollieren) gerecht zu werden.

 

Zu welchen Geistesleistungen dieses Gremium fähig ist, wurde schon in der Vergangenheit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Für die Erstellung, bzw. Einstellung, des grandiosen Konzepts der Fahrerschulung wurden 8 (in Worten: acht) Aufsichtsrats-Sitzungen benötigt! Das Ergebnis ist bekannt, außerdem wurden in diesem Zusammenhang weitere 17.000 € verbrannt. Geld anderer Leute. In diesem Zusammenhang fiel der Name eines gerade erst abgewählten Mitgliedes in der Fachschaft.

 

Dieses Gremium hat in allen Bereichen komplett versagt, hin zu kommen noch zeitweilige Beitragsrückstände diverser Mitglieder des AR, aber wie sagte ein Mitglied dieses Aufsichtsrates: „Wir sind doch alle eine Familie!“ Bei diesen Aussichten wäre man froh, als Waise auf dieser Welt zu sein. Wenn man die Entschädigungen des Aufsichtsrates für dieses Sinnlosgremium addiert, haben wir die 400.000-€-Grenze schon überschritten. Aber es ist gut, wenn man sich mit Hilfe der eigenen Stimmen selbst entlasten kann - ob einzelne Mitglieder wegen Schulden gegenüber dem Verein überhaupt ein Stimmrecht hatten? Dies könnte in Zukunft durchaus noch Thema sein.

 

Die von Vorstand, bzw. Aufsichtsrat, geforderte Sachlichkeit wurde in geradezu beschämender Art und Weise verletzt. Da man auf der „Sachebene“ nicht weiter kam und allmählich die Felle davon zu schwimmen drohten, besann man sich auf die eigentlichen Stärke: des Waschens schmutziger Wäsche.

 

Peinlich: Mit absurden Verschwörungstheorien und Gegenvorwürfen von dem eigenen Versagen abgelenkt

Was dann kam, war nämlich an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Man warf der (von den Mitgliedern gewählten!) Untersuchungskommission vor, "nur ein Instrumentarium des 2. Vorsitzenden, Wolfgang Verbeeks", zu sein. „Alle“ wären "ferngesteuert" und hätten den 1. Vorsitzenden, Fred Buchholz, beschädigt, um eigene Interessen zu verfolgen.

 

Ein absurder Vorwurf. Was hätte denn der 2. Vorsitzende an Machtinstrumenten anzubieten, damit ihm eine solche Fernsteuerung möglich wäre? Absurd auch die Verächtlichmachung des Revisors und des Gremiums. Beschämend, wenn die Beschlüsse der eigenen Mitgliederversammlung als Verschwörung des zweiten Vorsitzenden allein dargestellt werden müssen. Als wenn Verbeek auf der ersten Vollversammlung den Mitgliedern ihre kritischen und zu recht empörten Redebeiträge in den Mund gelegt hätte.

 

Umso peinlicher ist aber auch das Abstimmungsergebnis. Abgesehen davon, dass der Aufsichtsrat selber durch die undemokratische Verfasstheit des Vereins ein deutliches Stimmgewicht besitzt, sind vermutlich auch einige Mitglieder dieser entwürdigenden Verschwörungstheorie gefolgt und haben mit ihrer Stimme für die (knappe) Entlastung implizit bestätigt, selbst ein Teil dieser Verschwörung zu sein – und von Wolfgang Verbeek ferngelenkt zu sein. Es nimmt auch Wunder, dass niemand aufgesprungen ist, und Bernd Michalke und Fred Buchholz bei dem Vortrag solches hanebüchenen Unsinns zu stoppen!

 

Man kann dem 2. Vorsitzenden bestimmt auch viele Fehler vorwerfen, auch von der IG wurde er zuvor kritisiert. Gestern zeigte er menschliche Größe, indem er sich nicht aus der untersten Schublade bediente, sondern diese haltlosen Vorwürfe im Raume stehen ließ! Die Vasallen des 1. Vorsitzenden haben noch versucht, einen Misstrauensantrag durchzubringen - dieser scheiterte jedoch.

 

Zerstritten und unfähig - Auf in die Zukunft!

Zusammenfassend bleibt die Erkenntnis, dass der TR zumindest bis zur Wahl des 2. Vorsitzenden in zwei Lager gespalten ist. Wie soll eine erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb des Vorstandes möglich sein, wenn die Gräben mittlerweile unüberwindbar scheinen? Die Führung des TR Bremens ist total zerstritten und die Mitglieder müssen diese persönlichen Animositäten mit ihren Beiträgen auch noch finanzieren.

 

Die Ergebnisse werden verheerend sein. Ein Verein dieser Art verträgt eine kleine Opposition, die kritisch die Geschehnisse kommentiert und ggf. sich zu Wort meldet. Ein gesunder Verein, der sich weiterentwickeln soll, braucht sie sogar!

 

Die gestrige Veranstaltung war der Anfang vom Ende, wenn sich nicht noch etwas Grundsätzliches beim TR ändert. Die „Altlasten“ müssen beseitigt und die von Fahrern und Unternehmern erarbeiteten Gelder zielführend in Projekte eingesetzt werden, die nachhaltig sind und nicht nach kurzer Zeit verpuffen.

 

Dies und die bekannten Herausforderungen der Zukunft sollen die gewählten Personen endlich anpacken, die Vergangenheit lässt für die Zukunft wenig hoffen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ein IG Mitglied!

 


Aktuelle News

15.09.2017

In Bremen wird die Fahrt mit dem Taxi teurer. Ebenso wird das umstrittene Winketaxi eingeführt. Die Hintergründe dazu.

weiterlesen

14.09.2017

Das Debakel um die neuen Taxentarife nimmt seinen Lauf. Behörde unter scharfer Kritik. Auch Taxi Roland hat erhebliche Einwände. Heute tagt die Verkehrsdeputation.

weiterlesen

13.09.2017

Am 14.09.2017 wird über die künftigen Taxentarife für Bremen entschieden.

weiterlesen

13.09.2017

Abschaffung des erfolgreichen Frauen-Nachttaxis abgewendet!

weiterlesen

11.09.2017

Betrug made in Bremen

Die IG widersetzt sich vehement gegen die sinnlosen Pläne des Taxikartells und der Stadt, erneut an der Preisschraube zu drehen, der Abschaffung des Frauen-Nachttaxi und der geplanten Einführung des sog. Kurzstreckenpauschaltarifs.

weiterlesen

05.08.2017

Ein Taxi-Unternehmer aus Regensburg geht wegen Betrugs ins Gefängnis. Angestellte hatten ihn beim Zoll 'angeschwärzt'.

weiterlesen

09.06.2017

Schattenwirtschaft: So soll das korrupte Taxigewerbe ehrlich werden. Ein neues Taxameter macht es möglich.

weiterlesen

24.01.2017

Das gesamte Bremer Taxengewerbe trauert.

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod unseres Kollegen erfahren, der im Dienst bei einem tragischen Unfall mit dem Taxi in der Nacht vom 21. Januar verstarb.

weiterlesen

17.01.2017

Die Polizei kontrolliert verschärft Taxen in Bremen.

weiterlesen

Die IG ist über die Ergebnisse der Kontrolle nicht überrascht: Schwarzarbeit, die schlechte Umsetzung des Mindestlohns und obendrauf veraltete Fahrzeuge. Die IG sieht die Situation des Gewerbes weiterhin als sehr kritisch an.

weiterlesen

09.12.2016

Großrazzia im Cuxhavener Taxengewerbe: Erhebliche Mengen an Schwarzgeld weiterlesen

29.11.2016

"Billiger als die Straßenbahn"

würde das Taxifahren auf Kurzstrecken in Bremen, wenn es nach Fred Buchholz gehen würde.

weiterlesen

 

18.11.2016

Interview von Kilometerfresser-TV

Wie Taxi- und Berufskraftfahrer um den Mindestlohn geprellt werden - oder sich prellen lassen.

Film ansehen

15.06.2016

Bremer Bürokratie-Posse: Behörde verschickt nach 30 Jahren Ablehnungsbescheid auf Erteilung einer Taxen-konzession und möchte dafür Gebühren erheben.

Film ansehen

13.05.2016

Wir trauern um unseren alten Weggefährten Rainer Bohle aus der Nachtschicht.

weiterlesen

20.01.2016

Neues Taxigutachten in Köln

Auch Köln muß die Zahl der Taxilizenzen um ganze 250 reduzieren. Einige Fahrer leben nur knapp über der Armutsgrenze.

weiterlesen

 

sowie hier

28.12.2015

München in Handlungsnot: In München sind zu viele Taxen unterwegs. 41 % der Betriebe arbeiten am Finanzamt und an Sozialversicherungen vorbei.

weiterlesen

08.12.2015

Zu viele Taxen in Bremen

Die Bremer Verkehrsbehörde will die Taxendichte deutlich reduzieren. 150 Taxen sollen verschwinden.

weiterlesen

08.11.2015

Krasser Fehlgriff des Bremer Oberlandesgerichts

'Fahraufträge sind Geschenke' urteilt das OLG in einem grob fragwürdigen Urteil im Streit um Funk-Sanktionen.

weiterlesen

24.04.2015

Düsseldorf: Tariferhöhung & gesetzlicher Mindestlohn

Taxifahrer: „Wir sind zum Betrug gezwungen“ 

weiterlesen

07.01.2015

Gesetz und Wirklichkeit: Mindestlohn mit Schlupflöchern

 

Trotz massiver Erhöhung von Fahrpreisen zahlt kein Taxi-

unternehmen in Bremen den gesetzlichen Mindestlohn.

 

weiterlesen